Du hast deine Zulassungschancen zum Medizinstudium bereits getestet und deine Chancenampel ist überwiegend rot? Du hast eine Absage von hochschulstart.de erhalten? Kein Grund den Kopf in den Sand stecken! Dir geht es wie den meisten Bewerbern auf einen Medizinstudienplatz, denn jedes Jahr erhalten sowohl im Wintersemester als auch im Sommersemester die meisten Bewerber eine Absage. Im Folgenden geben wir dir wertvolle Tipps, die deinen Traum vom Medizinstudium doch noch verwirklichen können.

Ob ein Studium im europäischen Ausland, eine Studienplatzklage, bei der Bundeswehr, an einer privaten Hochschule in Deutschland oder mit etwas Glück über das Losverfahren – in diesem Artikel zeigen wir dir wie du doch noch an einen Medizinstudienplatz kommst!

Medizinstudium im Ausland

Der Klassiker unter den Alternativen zum Medizinstudium in Deutschland ist das Medizinstudium im europäischen Ausland. Jedes Jahr fangen tausende Deutsche mit einem Medizinstudium in Bulgarien, Ungarn oder in zahlreichen anderen Europäischen Ländern an. Diese Alternative wird für viele immer interessanter, nicht zuletzt, weil die Zahl der Studienplätze für Medizin in Deutschland sehr begrenzt ist und viele auf eine lange Wartezeit verzichten wollen. Dank der Europäischen Union ist es heute problemlos möglich, sich für einen Studienplatz an einer europäischen Universität zu bewerben. Neben der Sprachhürde gibt es noch andere Punkte wie Bewerbung und vor allem die einhergehenden Kosten zu beachten. 

Anders als in Deutschland ist der Abiturschnitt bei einer Bewerbung an Universitäten im Ausland oft weniger wichtig. Dafür gibt es aber andere Hürden wie universitäts- oder landesspezifische Aufnahmetests (z.B. MedAT in Österreich, EMS in der Schweiz). Weiterhin solltest du beachten, ob der ausländische Abschluss für deine praktische Tätigkeit als Arzt in Deutschland auch anerkannt ist. Grundsätzlich gilt, dass in Deutschland der Studienabschluss von allen Ländern der EU sowie der Schweiz gültig ist. Die folgende Liste zeigt die Studiengebühren verschiedenen Länder in den beliebtesten Städten innerhalb von Europa.

So viel kostet das Medizinstudium im europäischen Ausland

LandBeliebte StädteStudiengebühren
BulgarienSofia, Plovdiv oder Varna4.000 Euro
KroatienZagreb und Split4.500 – 5.000 Euro
LitauenKaunas und Vilnius5.500 Euro
NiederlandeMaastricht und Groningen2.000 Euro
ÖsterreichWien, Salzburg und Grazkeine Studiengebühren
PolenBreslau und Kattowitz5.600 – 6.300 Euro
RumänienChuj, Iasi oder Targu Mures2.500 – 3.000 Euro
SchweizZürich, Basel und Bern500 – 3.500 Euro
SlowakeiBratislava4.500 – 5.000 Euro
UngarnPecs7.200 – 7.300 Euro

Es ist auch möglich, das Studium an einer ausländischen Hochschule zu beginnen und später in einem höheren Semester wieder an eine deutsche Hochschule zurückzukehren. Dazu musst du deine Studienleistungen im Ausland anerkennen lassen, dies wird von dem zuständigen staatlichen ärztlichen Prüfungsamt übernommen. Im Anschluss kannst du dich an allen 38 Universitäten in Deutschland für ein höheres Semester bewerben.

Studienplatzklage 

Unabhängig von NC und Wartezeit kannst du deinen Wunsch, in Deutschland Medizin zu studieren, auch auf rechtlichem Wege einfordern. Die sogenannte Studienplatzklage ist ein gerichtliches Verfahren, in dem geprüft wird, ob die Universität über die angegebene Anzahl von Studienplätzen hinaus weitere Studienplätze anbieten kann. Die Universität berechnet die Ausbildungskapazität anhand vorgegebener Parameter. Diese Berechnung wird vom Verwaltungsgericht und den Anwälten überprüft. Stellt sich heraus, dass die Universität mit ihren Mitteln mehr Studienplätze schaffen kann, ordnet das Verwaltungsgericht die Vergabe dieser Studienplätze an. Die zusätzlichen Studienplätze kommen damit den Klägern zugute, die damit eine zusätzliche Chance haben, ihren gewünschten Studienplatz zu erhalten.

Der rechtliche Weg ist ist allerdings schon lange kein Geheimtipp mehr. Nach Schätzungen klagen rund 1.700 Bewerber jedes Jahr auf einen Medizinstudienplatz. Außerdem ist eine Klage oft mit erheblichen Kosten verbunden. Die Kosten für die Klage auf einen Medizinstudienplatz betragen durchschnittlich 2.000€. Um die Erfolgschancen zu erhöhen, gibt es Kanzleien, die sich auf die Studienplatzklage an bestimmten Universitäten fokussiert haben.

Bei der Bundeswehr Medizin studieren

Eine weitere Möglichkeit einen Medizinstudienplatz zu bekommen ist ein Studium über die Bundeswehr. Die Vergabe der Studienplätze erfolgt in einem eigenen Auswahlverfahren der Bundeswehr, welches sich von dem normalen Bewerbungsverfahren auf hochschulstart.de deutlich unterscheidet. Bewerber müssen ein mehrtägiges Auswahlverfahren in der Offizierbewerber Zentrale in Köln durchlaufen. Dabei musst du dich unter anderem in Sporttests, einer ärztlichen Untersuchung, einen Computer-Eignungstest und Eignungsgesprächen beweisen.

Von den rund 10.000 Medizinstudienplätzen in Deutschland vergibt die Bundeswehr ein Kontingent von circa 250 Plätzen. Jedoch ist auch dieser Umstand kein Geheimnis mehr und es gibt auf diese Plätze jedes Jahr ca. 1.300 Bewerberinnen und Bewerber. 

Um über die Bundeswehr Medizin studieren zu können musst du dich für insgesamt 17 Jahren Dienst verpflichten. Während der Studienzeit bist du vom Dienst bei der Bundeswehr beurlaubt, damit du dich auf deine medizinische Ausbildung fokussieren kannst. Im Gegenzug wird von dir verlangt, dass du  das Studium in der Regelstudienzeit abschließt. Außerdem erhältst du während des Studiums ein Gehalt von rund 1600€ Netto pro Monat. Dein Schulabschluss spielt bei der Bewerbung bei der Bundeswehr eine nicht so ausschlaggebende Rolle im Auswahlverfahren für ärztliche Kandidaten. Wenn du in den anderen Prüfungsverfahren besonders gut abschneidet, kann im Einzelfall auch eine Zulassung mit einem Abischnitt von 2,7 erreicht werden.

Medizinstudium an einer privaten Hochschule

Neben den staatlichen Universitäten gibt es auch einige private Universitäten in Deutschland, an denen man Medizin studieren kann. Da diese Unis nicht staatlich finanziert werden, fallen oft hohe Studiengebühren an. Im folgenden findest du eine Übersicht der verschiedenen privaten Universitäten in Deutschland, an denen du Medizin studieren kannst. 


Studienplätze pro JahrStudiengebühren
Universität Witten-Herdecke171310.000€ pro Semester
Paracelsus Universität Nürnberg5015.500€ pro Jahr
Kassel School of Medicine2412.000€ pro Jahr
Askelepios Campus Hamburg210Je nach Semester von 6.700€ bis 7.500€
Medizinische Hochschule Brandenburg9611.500€ pro Semester
Health and Medical University Potsdam200 – aufstocken ist in Planung1.500€ pro Monat
Universitätsmedizin Neumarkt Hamburg150Je nach Semester von 12.500€ bis 14.000€

An diesen Universitäten gibt es keinen NC und das Auswahlverfahren ist unabhängig zu dem offiziellen Bewerbungsverfahren über hochschulstart.de. Allerdings müssen Bewerber die eigenen Auswahlverfahren der privaten Universität erfolgreich bestehen und sich die teilweise erheblichen Studiengebühren leisten können.. Bei einer Bewerbung ist ein sicherer Studienplatz ist jedoch keine Garantie, So haben sich im letzten Jahr 950 Abiturienten auf 42 Studienplätze beworben. Entscheidend für die Vergabe von Studienplätzen ist aber nicht nur die Abiturnote, sondern in erster Linie die Motivation und Eignung der Bewerber für ein Medizinstudium. 

Über das Losverfahren ins Medizinstudium

Aufgrund des komplexen Bewerbungsverfahrens und kurzfristiger Absagen bleiben in jedem Semester einige wenige Medizinstudienplätze unbesetzt. Diese Plätze werden von den Hochschulen einzeln per Los vergeben. Im Vergleich zu einer Bewerbung bei hochschulstart.de ist die Teilnahme überraschend einfach: Oft genügt es, eine Postkarte mit Name und Adresse zu verschicken oder die persönlichen Daten in eine Online-Maske der jeweiligen Hochschule einzugeben. Allerdings sind die Chancen auf einen Studienplatz in der medizinischen Fakultät durch Auslosung äußerst gering. Einige Universitäten weisen auf ihren Websites sogar ausdrücklich darauf hin, dass sie in den letzten Jahren kaum Plätze verlost haben.

Mit Hilfe der Landarztquote ins Medizinstudium

Im Rahmen der 2020 beschlossenen Reformen des Medizinstudiums wurde eine “Stärkung der Allgemeinmedizin” festgeschrieben. Sie soll junge Menschen dazu ermutigen Medizin zu studieren und sich als Allgemeinmediziner im ländlichen Raum niederzulassen. Nordrhein Westfalen und Bayern sind aktuell die einzigen beiden Bundesländer, die daraufhin eine eine offizielle Landarztquote eingeführt haben.

In Nordrhein Westfalen werden 145 Studienplätze an Bewerber vergeben, die sich dazu bereit erklären nach ihrem Abschluss mindestens 10 Jahre in einer unterversorgten Region hausärztlich tätig zu werden. Die Auswahl der Bewerber erfolgt dort in zwei Stufen. In der ersten Stufe wird die Abiturnote mit 30% gewichtet und der Test für medizinische Studiengänge (TMS) zu 30% und etwaige Ausbildungen und berufliche Tätigkeiten im medizinischen Bereich zu 40%. In einer zweiten Stufe finden strukturierte Auswahlgespräche statt in denen unter anderem Empathie und Sozialkompetenz der Bewerberinnen und Bewerber gewichtet wird.

In Bayern werden 5,8% der Medizinstudienplätze für zukünftige Landärzte reserviert. Das entspricht jährlich ca. 114 Studienplätzen. Die Auswahl der Bewerber erfolgt auch hier in 2 Stufen. In der ersten Stufe wird der Test für medizinische Studiengänge (TMS) und etwaige Ausbildungen und berufliche Tätigkeiten im medizinischen Bereich zu gewertet.. In einer zweiten Stufe finden strukturierte und standardisierte Auswahlgespräche statt.

Studieren mit der Landarztquote bietet eine gute Möglichkeit auf einen Medizinstudienplatz, wenn du dir vorstellen kannst mal als Hausarzt in einer ländlichen Region zu arbeiten. Allerdings musst du dich für 10 Jahre verpflichten. Wenn du doch in einer anderen Fachrichtung oder in einer großen Stadt arbeiten willst, drohen hohe Strafzahlungen an das jeweilige Bundesland.

Wenn du deinen Traum Medizin zu studieren Realität werden lassen willst, dann finde jetzt mit Medi-Match heraus, bei welcher der insgesamt 38 Universitäten in Deutschland du die besten Zulassungschancen hast. 

Neu: Finde den alternativen Wege ins Medizinstudium der zu dir passt mit dem Medi-Match Kompass.